Fallbeispiel Festo: Natur als griffiges Vorbild für technische Innovationen

Ein mittelständischer Weltmarktführer für Fabrik- und Prozessautomation folgte bei einer wichtigen Produktinnovation einer Vorlage aus dem Tierreich. Darüber hinaus verdankt die Festo AG die segensreiche Lösung einem Forschungsnetzwerk aus verschiedenen Institutionen.

Ingenieure des Esslinger Unternehmens Festo AG & Co. KG produzierten nach Analyse der Struktur und Funktion des Elefantenrüssels einen bionischen Fertigungsassistenten (Roboterarm). Das biomechatronische System imitiert sehr genau das natürliche Vorbild, der Gesamterfolg aber hat viele Mütter und Väter. Er ist ein Musterbeispiel für die Schlüsselelemente einer erfolgreichen Innovationskultur.

Bionic Learning Network

Festoentwickelte den Roboterarm in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) im Rahmen des Bionic Learning Network, einem Forschungsverbund von Festo mit Hochschulen, Instituten und Entwicklungsfirmen. Ein Ziel der Initiative besteht darin, durch Anwendung der Bionik neuartige Technologien hervorzubringen.

Seitens Festo sind verschiedene Abteilungen wie Forschung und Entwicklung, Produktmanagement und Produktdesign am Bionic Learning Network beteiligt. Der Effekt: Die Mitarbeiter identifizieren sich voll mit der Innovationskultur von Festo und begeistern sich für Technik. (Der Verbund ist neben internen Innovationsprozessen auch für die technische Aus- und Weiterbildung zuständig.)

Die Zusammenarbeit mit externen, in einem Netzwerk organisierten Partnern ist auch in anderen Branchen immer häufiger ein wichtiger Aspekt der Innovationskultur. So weist Festo auf der eigenen Homepage explizit darauf hin, dass „insbesondere in forschungsintensiven Industrien die Öffnung des Innovationsprozesses eine immer größere Rolle spielt“.

Zugang zu neuen Märkte

Im Gegensatz zu den sonst üblichen schweren Industrierobotern mit festen Metallteilen und vielen Gelenken lässt sich der bionische Roboterarm in jede beliebige Richtung steuern. Marktentscheidend ist auch der große Vorteil, dass ein Kontakt von Mensch und Maschine nicht mehr zu gefährlichen Unfällen führen kann. Im Falle einer Kollision gibt das System sofort nach, ohne dabei instabil zu werden. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten erschließen auch neue Märkte: Der Greifarm kann als „dritte Hand“ für Monteure dienen, aber auch als Erntehelfer, im Haushalt oder für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Einige der bionischen Innovationen von Festo zeigt dieses Video.

Flexibel und kosteneffizient: die generative Fertigung

Das Konzept für den Fertigungsassistent entstand während gemeinsamer Projekte von Festo und IPA. Diese Teamarbeit wurde sogar mit dem Deutschen Zukunftspreis 2010 gekrönt. Die Idee der Festo-Ingenieure, das Prinzip des Elefantenrüssels zu übernehmen, realisierten Produktionstechniker am IPA. Die einzelnen Elemente des Arms entstanden in generativer Fertigung. Ohne Werkzeugkosten und mit geringen Folgekosten für Hilfsmittel und Vorrichtungen ist dieses Verfahren relativ preisgünstig.

Aufbau von Innovationskultur

Die bionische Innovation erschloss neue Märkte und machte die Öffentlichkeit auf die Innovationskraft des Technologieführers Festo aufmerksam. Aber auch die Mitarbeiter identifizieren sich nun stärker mit den Themen Technologie und Innovation. Die Grundwerte ihrer Innovationskultur konnten gefestigt und das Unternehmen Festo als Innovationsführer seiner Branche positioniert werden. Innovationskultur ist das A und O, sagt Festo Vorstand Dr. Eberhard Veit. Diese Worte und vor allem die Taten seiner Mitarbeiter inspirieren vielleicht auch andere mittelständische Unternehmen zu erfolgreichen Praxisbeispielen.

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