Zum Selbsttest: Neun Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Innovationen

Erfolgsfaktoren

Mit einer Checkliste des renommierten Strategie- und Innovationsexperten Vijay Govindarajan kann jedes Unternehmen feststellen, wie innovationsstark es derzeit aufgestellt ist und in welchen Bereichen noch Verbesserungsbedarf besteht.


Vijay Govindarajan
hat in einem Blogbeitrag für die Harvard Business Review neun entscheidende Faktoren für erfolgreiche Innovation zusammengestellt. Für jedes der neun Themen können Unternehmen Punkte auf einer Skala von eins (überhaupt nicht vorhanden) bis zehn (vollständig vorhanden) vergeben und anschließend für eine Gesamtbewertung addieren.

1. Zwingende Gründe für Innovationen

Wenn die Menschen nicht verstehen, warum Innovation nötig ist, wird immer das Kerngeschäft und operative Geschäft den Großteil verfügbarer Ressourcen verschlingen. Darum muss es nicht nur nachvollziehbare, sondern auch zwingende Gründe für Innovation geben.

2. Eine gemeinsame, inspirierende Zukunftsvision

Der ideale Zeithorizont für eine Vision umfasst 10 bis 20 Jahre, wohlgemerkt mit klarer Blickrichtung Zukunft und nicht etwa zurück in die Vergangenheit, der viele Unternehmen immer noch eine viel zu große Bedeutung beimessen. Es geht bei der Vision nicht darum, die Zukunft vorherzusagen, sondern darum, Hypothesen zur Zukunft zu entwickeln.

3. Eine strategisch ausgerichtete Innovations-Agenda

Innovation ist eine Reise ins Unbekannte, auf der mehrere Wege beschritten werden können. Vor dem Start ist aber Folgendes wichtig zu wissen: 1) In welchem Geschäft sind wir augenblicklich, und in welchem möchten wir in Zukunft sein? 2) Welches Risiko nehmen wir in Kauf für große bahnbrechende Ideen?

4. Ein sichtbares Engagement des höheren Managements

Revolutionäre Innovationen können nur dann entwickelt werden, wenn die Budgetverantwortlichen die Innovationsarbeit für alle sichtbar unterstützen, aktiv mitwirken und dem an Innovationen arbeitenden Team Rückendeckung geben.

5. Entscheidungsfindung mit Teamwork und leidenschaftlichen Champions

Eine autokratische Entscheidungsfindung holt nicht alle kritischen Teilnehmer mit ins Boot, während ein Konsens jede Entscheidung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunterschraubt. Es braucht einen leidenschaftlichen Gewinnertyp, der selber Entscheidungen treffen und andere mitreißen kann.

6. Ein Team mit Kreativität, Vielfalt und Hingabe

Die besten Teams zeichnet Folgendes aus: Projekt-Champions, die bei Arbeitssitzungen Entscheidungen treffen und diese auch den Sponsoren nahebringen können, relevantes Fachwissen und eine naive, manchmal irrelevant erscheinende Meinungsvielfalt.

7. Aufgeschlossene Erforschung der Marktfaktoren für Innovationen

Organisatorische Veränderungen basieren auf den Marktfaktoren: Kunden, Wettbewerber, gesetzliche Regelungen sowie Wissenschaft und Technik. Nur wenn ein Unternehmen diese Faktoren gründlich untersucht, kann es erkennen, was für die anvisierte Zukunft getan werden muss.

8. Risikobereitschaft mit Wertschätzung des Absurden

Innovatoren verstehen, dass es keine Wahl gibt. Sie müssen Risiken, oft auch große Risiken, eingehen und sich auf das Absurde, vermeintlich Irrelevante, zubewegen. Dadurch verschaffen sie sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten, die sich nur in die naheliegende Richtung bewegen.

9. Eine gut geplante, aber auch flexible Ausführung

Zunächst muss ein engagiertes Team für die Innovationsarbeit zusammengestellt werden. Ein Durchbruch kann nicht im operativen Geschäft erzielt werden, da dieses auf Effizienz und nicht auf Innovation abzielt. Das Team sollte mit dem Kerngeschäft in Verbindung stehen, damit es dessen Stärken nutzen kann. Und schließlich sollten Innovationsführer nach ihrer disziplinierten Durchführung von Experimenten und nicht nach kurzfristigen Profitzielen bewertet werden.

Auswertung für das eigene Unternehmen

Wer bei den neun Anforderungen jetzt insgesamt mehr als 70 Punkte erzielt hat, arbeitet bereits in einem sehr innovativen Umfeld. Wer unter 70 Punkten liegt, sollte bei den entsprechenden Themen für erfolgreiche Innovation noch nachlegen.

Bild des Benutzers Dietmar Gamm

Meines Wissens hat Prof.

Meines Wissens hat Prof. Govindarajan keine empirische Basis für diese Erfolgsfaktoren. Auch sind sie so allgemein, dass sie - mit kleinen Veränderungen - auf jede unternehmerische Funktion, die sich mit dem Umgang mit Wandel befasst , anwendbar sind. Letztlich wird die Perspektive der mittelständischen Unternehmen nicht berücksichtigt. Die Faktoren werden eher dem Konzern-Manager einleuchten, was aufgrund der US-amerikanischen Perspektive erklärlich ist. Im Mittelstand kann schon ein hoch-innovativer Mitarbeiter, eine brillante Idee, ein Notfall oder eine kreative "Fusion" jahrelangen Innovationserfolg bewirken. Festzustellen, was schon gut funktioniert, wo vorhandene Stärken liegen und darauf zu bauen, bringt da oft mehr und schneller, als zu versuchen, eine ganze Unternehmenskultur zu entwickeln.

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