Stören, verunsichern, Lösungen finden: Kreativität braucht Spannung im System

Stören, verunsichern, Lösungen finden: Kreativität braucht Spannung im System

Wenn eines nicht hilft, um Innovationsfähigkeit im Unternehmen zu fördern, sind es klassische Kreativitäts-Seminare. Denn diese gehen von der veralteten Annahme aus, dass es besonders einfallsreiche Menschen gibt, deren Strategien sich andere aneignen können.Oder so genannte Kulturveränderungs-Projekte mit der Absicht, Innovationsfähigkeit beizubringen.

„Weit gefehlt!“, ereifert sich Prof. Dr. Peter Kruse in einem Videobeitrag über Kreativität.

Der Organisationspsychologe und Autor von next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität weist nachdrücklich darauf hin, dass Kreativität nur in Systemen entsteht, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Eine dieser Voraussetzungen ist Instabilität. Nur wo Störer und Spinner willkommen sind, kann Neues entstehen. Harmonische Systeme sind dumm, weil sie Unordnung tunlichst vermeiden. Kreativität aber bedeutet, neue Muster zu bilden – und damit immer einen Bruch in der bestehenden Ordnung.

Wie kommt nun Spannung ins System?Kruse sieht hauptsächlich zwei Komponenten, nämlich Diversity und Netzwerke. Unterschiede kultureller Natur oder im Hinblick auf den Arbeitsstil führen zu Meinungsverschiedenheiten. Netzwerke mit ihrem gegenseitigen Rückkopplungseffekten verursachen regelmäßige Widersprüche zu. In diesen instabilen Phasen stehen dann die Chancen besonders gut für Prozessmusterwechsel, sprich fantastische Ideen.

Wenn Kruse selbst Erfolgssysteme baut, orientiert er sich dabei an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns und sorgt dafür dass folgende drei Stellen adäquat besetzt sind:

  1. Creator: Dies sind die Querdenker, die ständig mit neuen, verrückten Ideen stören.
  2. Owner: Sie besitzen das nötige Fachwissen in Bezug auf das Problem.
  3. Broker: Die Vermittler im Team kennen Leute, die etwas wissen.

Creator und Owner zusammen repräsentieren die Hirnrinde, in der aus Wissen und äußeren Eindrücken ein Ideenpool entsteht. Owner und Broker im Duo sind als bewertende Instanz mit dem limbischen System zu vergleichen, während Broker und Creator als Störenfriede laufend (Nerven)reize auslösen.

Alleine ist keiner der drei wirklich in der Lage, die komplexen Probleme der heutigen Zeit zu lösen. Zusammen aber bilden sie ein System, dessen Intelligenz größer ist als die summierte Intelligenz der einzelnen Beteiligten. Ein System, dass in seiner Vielschichtigkeit und Dynamik der Vielschichtigkeit des Problems oder des betreffendes Markts entspricht (Ashbysches Gesetz).

Ein Unternehmen kann also Kreativität nur fördern, indem es die Rahmenbedingungen erzeugt, unter denen sie wächst und gedeiht.

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Hallo,
mich würde interessieren wie sich Broker, Owner und Creator identifizieren lassen? Mache ich dies zum Beispiel über Kompetenzmessungen? Gibt es zu diesem Thema vielleicht weiterführende Literatur?

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Mich würde interessieren, ob

Mich würde interessieren, ob diese Erkenntnisse Bestandteil von HR-Strategien in Unternehmen sind.

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