Unsere kleine Flachdach-Farm: städtische Landwirtschaft

Urban Farming

Die Beeren aus China, der Apfel aus Neuseeland, das Fischfilet aus Vietnam – die Globalisierung zeigt sich auch auf unseren Tellern. Gerade Großstädter, die besonders stark auf die Versorgung durch Lebensmittelproduzenten angewiesen sind, suchen und finden Alternativen.

Schon vor 150 Jahren entstanden sie als Antwort auf das sprunghafte Anwachsen der vor allem städtischen Bevölkerung – die Armen- und Schrebergärten. Heute gelten Schrebergärten mit ihren oft kleinkarierten Gestaltungsvorgaben als Inbegriff der Spießigkeit. Wer trotzdem in der Stadt Gemüse anbauen möchte, betätigt sich als „Urban Farmer“.

Während auf New Yorks Dächern Bienen summen, haben sich zwei Berliner der Zwischennutzung von städtischen Brachflächen verschrieben. Unter anderen berichteten National Geographic und Zeit über die Prinzessinnengärten. Deren Biotomaten aus der Bäckerkiste und Kräuter aus Milchkartons machen Schule – mobile Stadtgärten gibt es beispielsweise auch mitten in St. Pauli und in Basel.

Gegenmodelle zur industriellen Landwirtschaft

Bei der solidarischen Landwirtschaft teilt sich eine Gruppe privater Haushalte die Produktionskosten eines Hofes oder einer Gärtnerei ebenso wie die resultierende Ernte und sonstige Erzeugnisse.

Weitere populäre Vermarktungsformen, vor allem von Biohöfen, sind der Direktverkauf über Hofläden und die Lieferung von Biokisten, alias Gemüseabo. Die Beschränkung auf saisonale Produkte und das Spüren quantitativer wie qualitativer Schwankungen sind bei diesen Modellen automatisch dabei. Genussrechte im buchstäblichen Sinne erwerben die Investoren einer Slow Food-Initiative – ihre Rendite besteht aus Eiern und Käse.

Damit die Kinder wissen, dass Gurken nicht in der Schrumpffolie wachsen, mietet sich die bewusst lebende Großstadtfamilie ein fertig bestelltes Gemüsebeet – rund um Berlin im Bauerngarten, in Hessen über die Uni Kassel, an verschiedenen deutschen Standorten bei Meine Ernte und in Österreich unter dem Stichwort Selbsternte.

Ohne Monatsgebühr und Vereinssitzung versorgt Mundraub Städter mit frischem Obst – von Bäumen auf öffentlichem Grund. Und vielleicht nimmt auch der Zwang zum europäischen Einheitsgemüse bald ein Ende – erste Anzeichen gibt es schon.

Ein niedlicher Trend wird zum großen Geschäft

Dass die urbane Landwirtschaft längst über das Stadium der Balkontomate hinaus ist und eine Professionalisierung erfährt, zeigen die folgenden Beispiele:

Hochhäuser voller Gemüse

Sie verschönern Gebäude und verbessern nebenbei die Metropolenluft: vertikale Gärten. Der Größtesteht (oder hängt?) in Mailand. Da liegt es nahe auch den Gemüseanbau in die Senkrechte zu verlegen und dieses Vertical Farming zu nennen.

Allianz Wissen befragte den Erfinder und Spektrum beleuchtet das Für und Wider, das Wall Street Journal wirft einen Blick auf die größten Pilotprojekte, die es unter anderem in Schweden und Kanada gibt. In Louisiana wächst das Gemüse eines Supermarkts an „aeroponischen Säulen“. Die Pflanzen gedeihen in mehrstöckiger Hydrokultur, wobei das System sie ständig mit Wasser und Nährstoffen benetzt. Der geschlossene Kreislauf hat einen minimalen Wasserverbrauch zur Folge.

Die industrielle Nahrungsmittelerzeugung einschließlich ihrer Ekelskandale scheint bei vielen Menschen widerständige Ideen auszulösen. Noch unzählige andere Beispiele finden sich – wahlweise mit oder ohne gesellschaftspolitischen Anspruch.

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