Intermediäre: hilfreiche Mittler im Innovationsprozess

Open Innovation Intermediäre: hilfreiche Mittler im Innovationsprozess

Wer heute bei der Entwicklung von Produkten und Geschäftsmodellen auf externes Know-how zugreift, steht längst nicht mehr allein auf weiter Flur. Vielmehr ist offene Innovation in zahlreichen Branchen mittlerweile unabdingbar. Umso wichtiger ist es, den Wandel von der Geheimhaltungs-Mentalität zum offenen Austausch schnell und effektiv zu bewältigen, um noch einen Wettbewerbsvorsprung herauszuholen. Hier kommen Intermediäre ins Spiel.

„Eine Organisation oder Institution, die in Bezug auf jeglichen Aspekt des Innovationsprozesses als Agent oder Makler zwischen zwei oder mehr Parteien auftritt.“ So definierte Prof. Jeremy Howells 2006 den Begriff Intermediär. Aufgabe dieser Mittler ist es unter anderem,

  • das Potenzial eines Geschäftsmodells zu erschließen;
  • Technologie nach außen und nach innen zu kommerzialisieren;
  • bei Innovationsvorhaben  mögliche Ideen- oder Technologielieferanten zusammenzuführen;
  • den Markt eines Unternehmens nach Start-up-Möglichkeiten zu durchleuchten;
  • die Bedürfnisse der Kunden zu untergliedern;
  • Technologie-Märkte zu erkennen und einzuschätzen;
  • internes Wissen zu entwickeln, zu verarbeiten und zu verknüpfen;
  • bei der Klärung von Kundenwünschen zu helfen.

Kurzum, Intermediäre sorgen dafür, dass gemeinschaftliche Entwicklungsvorhaben Früchte tragen – ganz gleich, wie weit von einander entfernt und wie verschieden die Beteiligten sind.

In den letzten Jahren haben sich einige Modelle herausgebildet, nach denen Intermediäre Unternehmen bei der Einführung der offenen Innovation unterstützen.

Prof. Wim Vanhaverbeke und Henry Lopez-Vega haben sie in einem Artikel für das Innovations-Netzwerk Exnovate zusammengestellt und beschrieben.

 

1. Zweiseitige Vermittlungs-Plattformen
Diese Art von Intermediär steuert als Vermittler den Informationsfluss, verknüpft Innovationsvorhaben und Lösungsansätze und gibt Hinweise, wie Unternehmen externe Wissensquellen für sich nutzen können. Einige der bekannteren Namen heißen NineSigma, YourEncore, IdeaConnection, InnoCentive und Innovaro.

Vanhaverbeke und Lopez-Vega sind überzeugt, dass zweiseitige Vermittlungs-Plattformen das Potenzial von Innovation in Reichweite jeder Firma und jedes wissenschaftlichen Gründers bringen. Allerdings vorausgesetzt, dass die innovationswilligen Unternehmen ihre Strategie und Struktur den neuen Anforderungen anpassen.

Natürlich können Unternehmen auch eigene Vermittlungs-Plattformen nutzen. Je bekannter sie sind, desto eher dürfte es ihnen gelingen, ausreichend Aufmerksamkeit vonseiten externer Partner auf sich zu ziehen, wie etwa Procter & Gamble mit ihrem „Connect+Develop“-Programm.

 

2. Inkubatoren
Bei dieser Art von Vermittlung handelt es sich um öffentlich oder privat finanzierte Gründungszentren, deren Sinn es ist, dass Know-how und Talent der Mieter sich gegenseitig zugute kommen und gleichzeitig der Zugriff auf Wissen über Märkte und Finanzierungsmöglichkeiten erleichtert wird. Dreh- und Angelpunkt ist für die Inkubatoren intensive Weiterbildung und Beratung. Das Format des Inkubators ist deshalb vor allem für Entrepreneure und Start-Ups geeignet. Ein gutes Beispiel ist das Siemens Technology-to-Business Centre in München.

 

3. Wissenschafts-, Technologie- und Innovationszentren
Diese Zentren beschleunigen mit ihrer vorbildhaften Infrastruktur die Kreation von Wissenschaft, Technologie und Dienstleistungen, stoßen gemeinsame Forschungsprojekte an und bieten das nötige Prestige für hochkarätige Partnerschaften.
Namhafte Unternehmen beteiligen sich an solchen Zentren wegen des Renommees, der vorteilhaften Lage, der fantastischen Ausstattung und des Zugangs zu Experten und einflussreichen Netzwerken. Der Innovationspark Wuhlheide in Berlin ist ein Beispiel für diese Kategorie, der High Tech Campus Eindhoven ein anderes.

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