Der Schnellzug der Zukunft

Schnellzug

Menschen sollen künftig in Kapseln durch Röhren rasen. Diese Vision des Tesla-Chefs Elon Musk lässt ein Deutscher Realität werden.

 

Astrid Dörner Handelsblatt New York Am Anfang war es nur so eine Idee. Dann skizzierte Elon Musk seine Vision für den Hyperloop in einer 57-seitigen Designstudie und stellte sie der Allgemeinheit zur Verfügung. Der Chef des Elektroautobauers Tesla und der Weltraumfirma SpaceX will, dass wir uns in Zukunft statt in Zügen in superschnellen Kapseln fortbewegen, die mit bis zu 1220 Kilometern pro Stunde durch spezielle Röhren rauschen. „Es ist eine Mischung aus Concorde, Schienengewehr und Air-Hockey“, sagte Musk 2013, als er die futuristische Idee vorstellte.

 

Da witterte Dirk Ahlborn seine Chance. Der Deutsche hat die Internet-Plattform Jump Start Fund mitgegründet, die Crowdsourcing und Crowdlending für Unternehmen anbietet. Das heißt, ein Unternehmen kann sich ständig Rat und finanzielle Unterstützung aus dem Internet holen und so die Produkte oder Dienstleistungen verbessern. Der Hyperloop, dachte Ahlborn, wäre für sein Start-up aus Los Angeles die ideale Bewährungsprobe. Musk gab das Okay, und Ahlborn legte los. Heute leitet der gebürtige Berliner das Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies, das in seiner Holding Jumpstarter angesiedelt ist und Musks Vision in großen Schritten vorantreibt. Knapp 300 Leute arbeiten derzeit an dem Projekt, in den nächsten Monaten sollen es 1000 werden.

 

„Wir bekommen alle Ressourcen, die wir brauchen“, sagt Ahlborn im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wir haben einen Psychologieprofessor der Universität Stanford im Team; einen Anwalt, der sich auf geistiges Eigentum spezialisiert, und jemanden, der an dem ferngesteuerten Fahrzeug Mars Rover mitgearbeitet hat.“ Selbst ein deutscher Vakuum-Spezialist ist dabei. Er liefert laut Ahlborn die Berechnungen, um den Unterdruck zu erzeugen, der nötig ist, um so hohe Geschwindigkeiten zu erreichen.

 

Der Hyperloop wird vor allem mit Solarstrom betrieben werden und keine zusätzliche Energie benötigen. Pfeiler, die die Hyperloop-Röhre stützen, sollen das Projekt erdbebensicher machen. Für die Strecke Los Angeles nach San Francisco kalkuliert der Hyperloop-Chef mit einem Basispreis von 30 Dollar. Die Baukosten für das futuristische Projekt sollen jedoch deutlich günstiger sein als eine herkömmliche Bahnstrecke. Ahlborn rechnet mit 16 Milliarden Dollar. Der Hochgeschwindigkeitszug, der derzeit an der Westküste gebaut wird und eine ähnliche Strecke fährt, verschlingt dagegen 68 Milliarden Dollar.

 

Musks Vision sah vor, die Kapsel auf Luftkissen durch die Röhre gleiten zu lassen. Ahlborns Team hat das Prinzip weiterentwickelt. Es könnte in abgewandelter Form gleich mehrere Verwendungen haben. Gerade hat sich ein Start-up gebildet, das sich zunächst auf den ExpressTransport von Fracht konzentrieren will. Hyperloop Technologies heißt das Unternehmen, das vom ehemaligen SpaceX-Ingenieur Bam Brogan geleitet wird. Im Verwaltungsrat sitzen unter anderem der einflussreiche Venturekapitalist Shervin Pishevar und David Sacks – ein Weggefährte von Musk, der Paypal mitgegründet hat. Eine Teststrecke soll mit Musks finanzieller Hilfe in Texas entstehen, von der beide Unternehmen profitieren könnten.

 

Ahlborn bereitet unterdessen den Baubeginn des ersten Mini-Hyperloops vor. In Quay Valley nördlich von Los Angeles könnte schon 2016 eine erste, acht Kilometer lange Version entstehen. Dort wird der Hyperloop zwar in deutlich langsameren Geschwindigkeiten fahren. Doch das Projekt ist ein wichtiger Schritt. „Wir brauchen eine kleinere Version, um verschiedene Kapselmodelle auszuprobieren und das Boarding der Passagiere abzustimmen“, sagt Ahlborn. Ende des Jahres will er das Unternehmen an die Börse bringen und 100 Millionen Dollar einsammeln.

 

Auch in Deutschland seien viele auf das Projekt aufmerksam geworden. Der Tüv habe Hilfe angeboten. „German Engineering“ kann Ahlborn derzeit gut gebrauchen. „Die Qualität der Arbeit ist in Deutschland schon viel besser als in anderen Ländern“, lobt er. Und die Arbeit fängt gerade erst an.

 

Handelsblatt 14.04.2015 

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