Digitalisierung verändert Handel

Ein Mann mit einem Handy in der Obst und Gemüseabteilung eines Supermarktes

Das Internet und neue technische Möglichkeiten zwingen Unternehmen zum Umdenken. Der Konsumgüterriese Procter & Gamble testet bereits den automatisierten Kauf von Rasierklingen.

 

Jens Koenen Handelsblatt München Noch ist es nur ein Versuch. Der Konsumgüter- Riese Procter & Gamble testet unter seiner Rasiermarke Gillette derzeit mit Partnern wie der Deutschen Telekom eine neue Ablage für Nassrasierer. Neigt sich der Klingenvorrat dem Ende zu, können die Nutzer schon während der Rasur einen Knopf drücken, und der Nachschub wird direkt nach Hause geliefert, ohne dass der Kunde überhaupt einen Onlineshop besucht hat.

 

„Wer nicht digital ist, wird zerstört werden“

Die Digitalisierung und neue technische Möglichkeiten lassen in kaum einer Branche einen Stein auf dem anderen. „Digitale Unternehmen sind nicht nur schneller und besser, sie sind auch attraktiver für die Mitarbeiter. Wer nicht digital ist, der wird zerstört werden“, warnte Adam Howatson, Marketingchef des kanadischen Software- Unternehmens Opentext, auf der Handelsblatt-Tagung „Strategisches IT-Management“ in München.

 

Vor allem eine Branche wird dabei besonders häufig genannt: der Handel. „Die Pommesbude um die Ecke kann noch offline bleiben, aber sonst funktioniert das nicht mehr“, glaubt Konrad Hilbers, Beiratsvorsitzender des Einkaufssenders HSE24. Er steht mit dieser Ansicht nicht alleine da: „Nur noch Offline, also nur mit einem isolierten Geschäft, wird es in Zukunft schwer werden“, bestätigt Nicholas Denissen, Bereichsvorstand E-Commerce bei der Drogeriekette Douglas. Dafür sprechen auch die Fakten: Verbraucher geben heute bereits etwa jeden elften Euro online aus. Laut Experten der Universität Köln wird es im Jahr 2020 schon jeder vierte Euro sein.

 

Dabei muss die im Netz georderte Ware nicht automatisch auch von einem reinen Onlinehändler geliefert werden. Die Kunst und zugleich die Herausforderung ist, die Welt des stationären mit der des Internethandels zu verbinden. Doch damit tun sich viele immer noch schwer. Laut einer Umfrage der Wirtschaftsund Beratungsgesellschaft PwC wollen 55 von 100 Händlern keinen eigenen Online- Store aufbauen. Dabei wollen Kunden heute online nachschauen, ob eine Ware im Laden um die Ecke vorrätig ist. Sie wollen im Netz bestellen, aber die Sachen auch dann und wann persönlich abholen.

 

Dazu müssen aber die notwendigen Daten vorliegen, häufig ein großes Manko. 70 Prozent der Käufe würden am sogenannten Point of Sale entschieden, also unmittelbar vor dem Warenregal im Laden, sagt Dominic Blank vom Berliner Start-up POSpulse: „Umso erschreckender ist es, wie wenig die Händler wissen, was der Kunde will. 13 Prozent der Waren, die Kunden suchen, sind gerade nicht im Angebot.“ POSpulse nutzt Scouts, also Menschen, die sich bereiterklärt haben, vor Ort kleine Aufgaben zu übernehmen, um in Echtzeit und im Geschäft die Daten etwa über gesuchte und fehlende Produkte zu erfassen. Zu den Nutzern des Systems gehören Procter Gamble, Beiersdorf oder Tegut.

 

Verbraucherdaten werden immer wichtiger

Das zeigt: Das Thema Daten steht mittlerweile ganz oben auf der Agenda der Handelsspezialisten. Ständig werden neue Datenquellen entwickelt. Douglas etwa nutzt Apps wie die von Shopkick. Sie erfasst die Zeit, die ein Verbraucher in einem Geschäft verbringt und belohnt ihn dafür, etwa mit Punkten, die in Form eines Gutscheins eingelöst werden können.

 

Shopkick hilft dabei eine Erkenntnis: Die Nutzer sind bereit, ihre persönlichen Daten preiszugeben, wenn sie dafür belohnt werden. „Das muss nicht immer eine monetäre Belohnung sein. Die Kunden akzeptieren auch, wenn sie durch solche Technologien einen Mehrwert spüren, etwa ein ganz anderes Einkaufserlebnis“, sagt Denissen. 

 

Handelsblatt 29.01.2015                         

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