Energiespeicher fürs Eigenheim

Ein Elektroauto an der Ladestation

Der Elektroauto-Spezialist Tesla sucht neue Absatzmärkte für Batterien. Während diese sich für Haushalte wohl noch nicht rechnen, sollen sie bei Versorgern einspringen – etwa bei einer Überlastung des Stromnetzes.

 

B. Weddeling, T. Jahn, L. Bay Handelsblatt New York Im Silicon Valley will nahezu jeder Gründer sein wie Elon Musk, der 43-Jährige, der sein Vermögen mit Paypal machte und das Geld dann weiter investierte. In das Raumfahrtunternehmen SpaceX steckte er 100 Millionen Dollar, in Tesla Motors 70 Millionen und 30 Millionen in Solarcity.

 

Und nun also der Einstieg ins Geschäft mit stationären Speichersystemen für Häuser und Geschäfte. In schwarzer Jeans und mit offenem Hemd präsentierte Musk in Los Angeles die neue Produktlinie Tesla Energy und neue Lithium-Ionen-Batterien, die er „Powerwall“ nennt. Selbstbewusst wie eh und je verkündete er, dass sein neues Produkt „fundamental verändern wird, wie die Welt Energie nutzt“.

 

Dabei ist das Produkt gar nicht einmal so revolutionär. Das System besteht aus einem flachen Lithium-IonenAkku, der an der Hauswand montiert wird und Energie, etwa von der Solaranlage auf dem Dach vollautomatisch speichert.

 

Musks „Powerwall“ ist vor allem günstiger als die Konkurrenz. 350 Dollar kostet es, eine Kilowattstunde zu speichern. Noch vor drei Jahren musste ein Konsument dafür mehr als 1000 Dollar bezahlen. Konkurrenten verlangen nach Einschätzung der Branchenberatung IHS Energy derzeit 400 bis 500 Dollar.

 

Das System ist wohl eher etwas für umweltbewusste, wohlhabende Haushalte. Es rechnet sich trotz der vergleichsweise günstigen Preise nicht so leicht. Ein Dieselgenerator schützt nach Berechnungen der Experten von IHS Energy wesentlich preiswerter gegen Stromausfälle und kostet im Leistungsvergleich zur Powerwall weniger als ein Drittel. Zudem erschöpft sich die Powerwall-Batterie gemessen am durchschnittlichen Stromverbrauch eines Haushalts nach spätestens zwei Tagen.

 

Nach Prognosen von GMT Research wächst der Markt mit Privatkunden bis 2019 auch nur auf 1,5 Milliarden Dollar. „Die Batterien für Haushalte werden in absehbarer Zeit nicht den Umsatz signifikant hochtreiben“, sagt Ben Kallo, Analyst von Robert W. Baird, über das Geschäftspotenzial von Tesla.

 

Dagegen sieht Kallo „sehr große“ Chancen beim Verkauf an Versorger. In Kalifornien sind PG&E, Edison International und Sempra gezwungen, sehr große Batteriespeicher aufzubauen. Per Gesetz müssen sie 2020 über 1,3 Gigawatt an Speicherkapazität verfügen. Das entspricht der Leistung von weit mehr als einem Kernkraftwerk.

 

Die Idee der Regierung: Die Batterien sollen einspringen, wenn das veraltete Stromnetz überlastet ist oder die staatlich geförderte alternative Energie wie bei Windstille oder nachts ohne Sonne keinen Strom erzeugt.

 

Laut IHS Energy müsste der Preis für die Speicherung einer Kilowattstunde aber nochmals um mehr als 40 Prozent auf 200 Dollar sinken, um sich für Versorger zu lohnen. „Die Preise müssen weiter fallen, bevor wir ein existenzfähiges Geschäftsmodell sehen“, sagt Andy Lubershane, BatterieExperte von IHS Energy.

 

Für Tesla aber könnte sich die Markterweiterung in jedem Fall lohnen. Mit dem Einstieg in den Energiespeichermarkt sichert Musk womöglich nebenbei die Auslastung seiner Giga-Factory, die bis 2017 in Nevada entsteht und die Batterien für seine Tesla-Autos liefern soll. Die Fabrik soll Batterien für Elektroautos in Massenproduktion herstellen und die Preise um ein Drittel weiter drücken.

 

Die Börse jedenfalls ist elektrisiert. Bereits die Vorabberichte ließen den TeslaBörsenwert in wenigen Tagen um zwei Milliarden Dollar steigen. Derzeit wird das Unternehmen mit 28 Milliarden Dollar bewertet. Noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, meint Rod Lache, New Yorker Analyst der Deutschen Bank. Er sieht ein „deutlich höheres Kurspotenzial“ durch das neue Geschäftsfeld.

 

Handelsblatt 12.05.2015 

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