Massenware nach Maß

designtes T-shirt in Massenprofuktion

Ob T-Shirt, Müsli oder Kinderwagen: Mit digitaler Technik fertigt die Industrieheute Massenware nach Maß. Und daszu konkurrenzfähigen Preisen.

Die kleinen Blumen bereiten manchmal Schwierigkeiten, wenn der Punkt in der Mitte eine andere Farbe haben soll als die Blüte außen herum. Ansonsten läuft in der Fabrikhalle alles wie am Schnürchen. Aus einer großen Maschine kommen farbige Folien mit vorgestanzten Linien. Eine Mitarbeiterin löst die überflüssigen Folienteileab und sortiert sie entsprechend der Kundennummer in ein Fach ein. An der nächsten Station werden die verschiedenfarbigen Motivteilenach einem Plan auf dem Computerbildschirm zusammengesetzt und auf ein Stück Stoff gelegt. Dann geht es unter die große Presse, und fertig ist das Wunsch-T-Shirt.

Die Industrie wird bald „on demand“ arbeiten
Hunderte von T-Shirts verlassen die Spreadshirt-Fabrik in Leipzig jeden Tag – und keines sieht aus wie das andere. Denn die Firma druckt nur – das Design hat der Kunde vorher von seinem Computer auf die Internetseite des Unternehmens hochgeladen.

Es war Lukasz Gadowski, der Spreadshirt 2002 gründete. Gadowski gilt als Internetunternehmer der ersten Stunde, als ein Vorreiter des Geschäftsmodells, das zunehmend von sich reden macht: die „Mass-Customization“, zu Deutsch: Massenware nach Maß. Unter www.mymuesli. com kann sich der Kunde sein Lieblingsmüsli zusammenmischen und bestellen, bei www.chocri.de gibt es Schokoladenkreationen für den eigenen Geschmack.

Es war Lukasz Gadowski, der Spreadshirt 2002 gründete. Gadowski gilt als Internetunternehmer der ersten Stunde, als ein Vorreiter des Geschäftsmodells, das zunehmend von sich reden macht: die „Mass-Customization“, zu Deutsch: Massenware nach Maß. Unter www.mymuesli. com kann sich der Kunde sein Lieblingsmüsli zusammenmischen und bestellen, bei www.chocri.de gibt es Schokoladenkreationen für den eigenen Geschmack.

Die junge Start-up-Szene und die alte, industriell geprägte Wirtschaft, sie schließen einander nicht aus. Im Gegenteil. Die Digitalisierung hat längst nicht nur Youtube- Filme und Shopping-Portale hervorgebracht, sie hat auch die Produktion verändert. Der Ökonom und Philosoph Birger Priddat beschreibt es in der „Frankfurter Allgemeinen“ wie folgt: „Die ,Industry’ wird sich zur ,Servistry’ entwickelt:
zu einem Prozess ,on demand’, der individuelle Kundenwünsche berücksichtigt, ohne die ,economy of scale’, die Vorteile einer Produktion in hohen Stückzahlen, zu vernachlässigen.“ Flexible Maschinen machen es möglich, auch kleine Stückzahlen zu den Kosten einer Massenfertigung herzustellen.

„Wenn die Autos individueller werden, müssen die Maschinen nachziehen“, sagt Roland Bent, Geschäftsführer von Phoenix Contact. Seit einem Jahrzehnt beschäftigt sich der Experte für Automatisierung und Industrieelektronik aus Blomberg in Ostwestfalen mit der Idee, Maschinen so zu konfigurieren, dass sie flexibler als bisher auf Anforderungen reagieren und selbstständig neue Funktionen integrieren.

Individualisierte Produkte bieten höhere Margen
Mit der Anbindung an die virtuelle Welt ergeben sich für die Industrie ganz neue Geschäftsmodelle. „Neue Dienstleistungen und um die Produkte schaffen Einzigartigkeit. Der Effekt sind auch steigende Margen“, sagt Frank Riemensperger, Deutschlandchef der Unternehmensberatung Accenture. Weiterer Vorteil: Der Mehrwert für die Kunden führt zu einer wachsenden Loyalität.“

Das wissen nicht nur Startups, sondern auch Konzerne für sich zu nutzen. Bei Adidas zum Beispiel können die Kunden ihre Turnschuhe innerhalb eines bestimmten Rahmens selbst designen. Ein 3-D-Konfigurator zeigt jede Änderung in Sekundenschnelle. Für Frank Piller ,Professor an der RWTH Aachen, bietet die „Mass-Customization“ einen entscheidenden Vorteil: Indem sie den Kunden zum Co-Designer machen, erfahren Unternehmen mehr über die Vorlieben der Konsumenten als durch aufwendige Marktforschung.

Handelsblattausgabe "News am Abend", Donnerstag, 25.07.2013

Artikel aus der Branche
04.02.2015
Das Internet und neue technische Möglichkeiten zwingen Unternehmen zum Umdenken. Der Konsumgüterriese Procter & Gamble testet bereits den automatisierten Kauf von Rasierklingen. 

15.10.2014
Forscher entwickeln künstliche Gliedmaßen mit neuronalem Anschluss. Damit lassen sich sogar Trauben pflücken. HB I Cleveland Handprothesen mit viel Fingerspitzengefühl haben amerikanische und schwedische Forscher entwickelt. Dabei nutzten sie neuartige Verschaltungen zwischen den Prothesen und den vorhandenen Nerven im amputierten Arm der Patienten. Die Wissenschaftler konnten so deren Gespür für Gegenstände deutlich verbessern. Beide Forscherteams beschreiben ihre Arbeiten im Journal „Science Translational Medicine“. 

18.08.2014
Jeff Bezos, Konzernchef und Multimilliardär, finanziert High-Tech-Projekte wie Raumfähren fürTouristen Matthias Hohensee Wirtschaftswoche Silicon Valley Seine Kritiker halten Jeff Bezos für einen skrupellosen Hasardeur, der Amazon um jeden Preis immer größer machen will – ohne Rücksicht auf Aktienkurs und Rendite. Erst vor wenigen Wochen meldete der US Internetkonzern einen Verlust von 126 Millionen Dollar für die vergangenen drei Monate. Und stellte einen noch höheren Fehlbetrag für das laufende Quartal in Aussicht. 

Weitere Artikel aus der Branche
0 KommentareKommentar schreiben
Kommentar hinzufügen
Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu verifizieren, ob Sie ein realer Benutzer sind und so automatisiertem Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Wer sind wir
Logo 3M
3M beherrscht die Kunst, zündende Ideen in Tausende von einfallsreichen Produkten umzusetzen – kurz: ein Innovationsunternehmen, welches ständig Neues erfindet. Die einzigartige Kultur der kreativen Zusammenarbeit stellt eine unerschöpfliche Quelle für leistungsstarke Technologien dar, die das Leben besser machen. Deshalb: Wenn Sie denken, dass 3M etwas für Sie tun kann, dann schreiben Sie uns.
Partner:
FAZ - Institut
RWTH Aachen
F&E Manager
Technische Uviversität Berlin
3M - Contentpartner
Steinbeis SMI
eSSENTIAL Accessibility Icon Download free eSSENTIAL Accessibility Browser