Mehr als nur ein Krümel-Biotop

Eine Tastatur mit Handballenauflage

Gummihütchen, Membranen oder Mini-Schalter: Die Welt der Computertastaturen ist geheimnisvoll. Doch nicht jedes Modell ist für jede Aufgabe gleich gut geeignet.

 

HB I BerlinLetztlich ist sie für viele nur ein Arbeitsgerät. Sonderliche Wertschätzung genießt die Tastatur in der Regel nicht. Man schreibt halt auf ihr, kippt ab und an aus Versehen ein Getränk hinein oder schlägt vor Wut auch mal kräftig drauf. Aber was in ihrem Inneren vorgeht, wie die Fingertipper als Buchstaben auf dem Bildschirm landen, und wie man sich durch die Wahl der richtigen Tastatur die Arbeit erleichtern kann – daran denkt kaum jemand.

 

Dabei ist die Tastatur mehr als ein Biotop für Krümel, Kaffee und Hautschuppen – sie ist ein Hochleistungsarbeitsgerät. Doch nicht jedes Modell ist für jeden Nutzer gleich gut geeignet. Wie so oft liegen die Details unter der Haube, respektive unter den Tasten. Grob gesagt, gibt es drei Wege, den Fingertipper in ein Signal für den Computer zu verwandeln. Bei der Membrantechnik wird ein Gummihütchen heruntergedrückt, um den Stromkontakt für das Schaltersignal herzustellen. Das ist günstig, bietet ein recht gefühlloses Schreiberlebnis und leiert schnell aus.

 

So auch die flacheren Scherentasten. Bei ihnen federn Plastikbügel den Tastendruck auf die Membran ab. Sie verschleißen langsamer und müssen nicht tief gedrückt werden. Der dritte Weg sind mechanische Schalter – das hält am längsten. Je nach Modell haben sie verschiedene Eigenschaften. Einige lassen sich bis zu einem Druckpunkt sehr leicht betätigen, andere schwerer, spezielle Taster für Spieler erlauben besonders häufige Wiederholungen, ohne dass die Taste losgelassen werden muss.

 

Man sollte herausfinden, was man momentan am meisten tut, und sich Gedanken machen, was an der aktuellen Tastatur nicht gefällt“, sagt Gerald Himmelein, Experte für Tastaturen und Mäuse bei der Zeitschrift „c’t“. Ob nun Membran, Scherentasten oder mechanische Schalter – das sei letztendlich eine Frage des persönlichen Geschmacks.

 

„Wenn man niedrige Ansprüche hat, reicht eine bessere Membrantastatur“, sagt Himmelein. Gute Modelle sind ab 40 Euro zu haben. „Wer mehr tippt, braucht ein besseres Gerät. Gamer brauchen eine Tastatur mit soliden mechanischen Tasten, die nicht haken.“ Rund 60 Euro kostet der Einstieg in die Welt der mechanischen Schalter, für Spitzenmodelle mit verschiedenfarbiger Beleuchtung und anderen Extras werden bis zu 300 Euro fällig.

 

Um seine Vorlieben zu entdecken, hilft nur eins: tippen. Mindestens zehn Minuten sollte man vor dem Kauf ausprobieren, ob die Arbeit mit einer Tastatur angenehm ist, rät Himmelein. Wer viel mit Tastenkombinationen arbeitet, sollte einen Blick auf Modelle mit Funktionstasten werfen. Hier können häufig Befehle abgespeichert und mit einem Tastendruck aufgerufen werden.

 

Wer viel am Schreibtisch arbeitet, für den reicht laut Himmelein ein Modell mit Kabel. „Den Schnurlosen geht immer im ungünstigsten Moment der Saft aus.“ Außerdem spart man sich das Geld für die Batterien.

 

Bei der Modellwahl sollten Nutzer auch auf den Komfort achten. Hartmut Wandke von der Berliner Humboldt-Universität rät zu möglichst flachen Modellen mit leichtgängigen Tasten, bei denen sich der Widerstand langsam bis zum Druckpunkt erhöht. Damit die Finger nicht abrutschen, sollten die Schalter leicht eingewölbt sein oder eine angeraute Oberfläche haben, empfiehlt der Ergonomie- Experte. Um sie besser an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen, sollte eine Tastatur außerdem in der Neigung verstellbar sein.

 

Streng genommen ist das Tastenbrett auf unseren Schreibtischen rund 140 Jahre alt, die Reihung der Tasten im QWERTZ-Format ist der Anordnung der Typenhebel in einer Schreibmaschine geschuldet. Die Ergonomie kommt da zu kurz. „Wenn Sie den ganzen Tag arbeiten, empfiehlt sich eine ergonomische Tastatur“, sagt Wandke. Diese sind in der Mitte geteilt und an die natürlichen Ausrichtung der Hände und Unterarme angepasst.

 

Die Umgewöhnung kann anfangs schwerfallen. Wandke rät deshalb zu Modellen, bei denen sich der Abstand zwischen beiden Tastenfelder stufenlos vergrößern lässt. „Da kann man sich langsam eingewöhnen, bis man damit komfortabel schreiben kann.“

 

Handelsblatt 23.12.2014                        

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