Mehr Technik, bessere Bilder

TV

Auf der IFA in Berlin haben sich Fernsehhersteller mit hohen Kontrasten und schillernden Farben gegenseitig überboten. Doch stellt die Superschärfe die TV-Branche vor neue Herausforderungen.

 

Ina Karabasz Handelsblatt Berlin Bei der IFA in Berlin waren die superscharfen Fernsehern wieder ein Publikumsmagnet. Die Geräte zeigen kurze Filme von Feuerwerken, Wasserfällen oder barocken Schlosshallen. Alle sind detailreich, denn darauf kommt es an: Die Betrachter sollen sehen, wie viele Einzelheiten bei herkömmlichen Fernsehern sonst in der Unschärfe verschwimmen. Und um den Effekt noch einmal zu verstärken, hängt ein derzeit übliches LCD-Gerät genau daneben – hier wird die unausgesprochene Frage beantwortet, ob es notwendig ist, sich einen neuen Fernseher anzuschaffen. Die neuen Kaufanreize nennen sich High Dynamic Range (HDR), Ultra High Definition (UHD) und OLED – und immer geht es im Wesentlichen darum, noch mehr Kontrast und tiefere Farben zu bieten.

 

Der Markt ist noch lange nicht gesättigt

Der japanische Anbieter Panasonic hat derzeit Erfolg mit Ultra HD-Geräten. Die Technologie wird auch 4K genannt, weil sie die vierfache Auflösung von HD-Fernsehern hat. Das Unternehmen hat in diesem Segment bereits fast 20 Prozent Marktanteil in Deutschland und: „Der Markt für 4K-Modelle ist noch lange nicht gesättigt“, sagt Masahiro Shinada, Chef der TV-Sparte von Panasonic.

 

Und trotzdem wollen die Japaner schon im kommenden Jahr eine neue Technologie auf den Markt bringen: Fernseher mit High Dynamic Range – also super hohen Kontrasten. Bisher werden bei Aufnahmen Helligkeitsunterschiede in einem Bild technisch angeglichen. Sehr helle Punkte werden dunkler, sehr dunkle etwas heller. Die neue Technik braucht dies nicht, um einen Film zu zeigen, dass erhöht die Kontraste deutlich.

 

Auch der koreanische Konzern Samsung setzt auf UHD, allerdings kein gewöhnliches, sondern SUHD. Dahinter steht eine Technik, die noch energiesparender sein soll und die Farben stärker leuchten lässt. Zwischen März und Juni seien die Umsätze mit SUHD-Geräten um 246 Prozent gestiegen, erklärte Samsung im Rahmen der Messe.

 

Doch bei aller Euphorie um die neue Technik: „Der große Konkurrent von LDC Geräten ist OLED“, sagt Bitkom-Experte Lutter. „Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis die Technik sich durchgesetzt hat.“

 

Dennoch setzt der koreanische Konzern LG auf die Technologie, die bereits heute superscharfe Kontraste bietet, allerdings auch vergleichsweise teuer ist. Auf der IFA zeigt LG gleich eine Reihe von Modellen, deren Bildschirme mit organischen Leuchtdioden (LEDs) statt Flüssigkristallen (LCD) zum Leuchten gebracht werden. „In unabhängigen Tests haben wir herausgefunden, dass mehr als 50 Prozent der Befragten einen OLED-Fernseher präferieren würden statt eines HDR-LCD-Modells. Die größere Farbtiefe ist wichtiger, als die höheren Kontraste“, sagt Nandhu Nandhakumar, Chef des amerikanischen Entwicklungszentrums von LG. „Bei LCD-Fernsehern strahlen helle Punkte in dunkle daneben. Das passiert bei OLED Fernsehern nicht. Dadurch entsteht fast ein 3D-Effekt.“ Auch seien die Modelle alle HDR fähig. ,

 

Allerdings sind sie noch deutlich teurer. OLED-Geräte starten bei etwa 2000 Euro, UHD-Fernseher sind schon für knapp 700 Euro zu haben, was immer noch über dem Preis von normalen HDLCD-TVs liegt.

 

Allerdings stellt die neue Superschärfe die Branche vor ein neues Problem, das schnell gelöst werden muss: „Die Filmstudios arbeiten daran, Filme optimal zu kontrastieren“, sagt LG-Entwicklungschef Nandhakumar „Denn hohe Kontraste können auch die Aufmerksamkeit der Zuschauer von der Handlung abdecken.“ Dies sei auch schon bei 3D-Filmen zu beobachten gewesen, weswegen viele Produzenten die Effekte nun eingeschränkt haben.

 

Handelsblatt 10.09.2015

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