Vorstoß in die dritte Dimension

3D-Druck

Ein deutsches Start-up entwickelt 3D-Software und Scanner für die nächste industrielle Revolution

 

Martin Wocher Handelsblatt DüsseldorfDer brasilianische Fußballer Ronaldo jubelte, als er im WM-Finale 2002 gegen Deutschland das zweite Tor schoss. In einem Düsseldorfer Schaufenster jubelt er noch immer – dort steht eine lebensgroße Kopie aus Kunststoff und Gips. Die Ronaldo-Kopie kommt aus dem 3D-Drucker und ist ein Referenzprodukt des Düsseldorfer Start-ups DOOB.

 

Seit über einem Jahr fertigt das Unternehmen solche dreidimensionalen Figuren in allen Größen – und ganz handfest zum Mitnehmen oder als lebensechter Avatar für den heimischen Computer. Alles, was die Softwarespezialisten dafür brauchen, sind passable Fotos oder – besser noch – Daten aus einem eigens entwickelten Körperscanner. 40 Sensoren nehmen im Bruchteil einer Sekunde die Köpermaße auf. Über ein eigens entwickeltes Softwareverfahren werden die Daten dann ausgelesen und für den Bau einer dreidimensionalen Figur aufgearbeitet, die von jedem 3D-Drucker gedruckt werden kann.

 

Die neue Drucktechnik ist auf dem Vormarsch. „3D-Unternehmen sind Teil der nächsten industriellen Revolution“, sagt DOOB-Chef Vladimir Puhalac. Schließlich gehe es um „die Individualisierung der industriellen Produktion“, sagt Frank Thomas Piller, der an der RWTH Aachen Technologie und Innovationsmanagement lehrt und im DOOB-Aufsichtsrat sitzt. Die Einsatzmöglichkeiten der 3D-Technik scheinen grenzenlos – von Architektur über Industrie , Einzelhandel, Mode und Marketing bis zur Medizintechnik . Da die Software-Plattform skalierbar sei, könne man sie überall einsetzen, sagt DOOB-Aufsichtsrat Piller. Branchenexperten wie Pete Basiliere vom US-Marktforscher Gartner erwarten von der Plattformstrategie einen neuen Schub für die 3D-Idee: „Firmen wie DOOB helfen Privatkunden wie Unternehmen das 3D-Verfahren zu nutzen, ohne großartig investieren zu müssen.“

 

So hat der japanische Modekonzern Uniqlo frühzeitig die Vorteile der virtuellen Klone erkannt: An fünf Standorten weltweit konnten sich im vergangenen Dezember 1500 Kunden mit der DOOB Technik scannen lassen und ihre Figuren anschließend mit nach Hause nehmen. Natürlich war das ein Marketing-Gag. Aber Uniqlo erhielt zum einen kostengünstig die Daten eines repräsentativen Teils seiner Kundschaft. Zum anderen lassen sich virtuelle Avatare gerade im Online-Modehandel perfekt einsetzen – die Körperproportionen stimmen: Ist die Hose zu eng oder sind die Ärmel zu kurz, sieht man es seinem virtuellen Avatar am PC gleich an. „Die Gefahr der Retouren verringert sich drastisch“, verspricht DOOB-Marketing Vorstand Miki Devic.

 

Gartner-Experte Basiliere sieht gerade die Modebranche als perfektes Einsatzfeld: „Das kommt dem Wunsch vieler Kunden nach maßgeschneiderten Produkten entgegen, schafft aber auch ein neues Einkaufserlebnis.“ Experten gehen davon aus, dass 2014 weltweit bereits drei Milliarden Euro mit dem 3D-Geschäft gemacht wurden, bis 2018 soll sich der Umsatz bereits vervierfachen.

 

Handelsblatt 03.03.2015 

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