„Spinner sind erwünscht“

Innovations-Center

Was sind die Voraussetzungen für neue Ideen und neue erfolgreiche Produkte? Topmanager von Daimler, Lanxess, Thyssen-Krupp und McKinsey diskutieren darüber auf einem Innovationsforum.

Stahl klingt nach Tradition, Beständigkeit und seit Jahrhunderten unveränderten Fertigungsprozessen. Dabei wird das Material dem Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger zufolge immer wieder neu erfunden. Stahl sei heute, anders als noch vor 50 Jahren, intelligent geworden. Und stehe vor der neuen Transformation. „Ich bin mir sicher, dass wir künftig Materialien großflächig aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen können“, beschrieb der Thyssen-Krupp-Chef seine Vision auf dem zweiten Innovationsforum, veranstaltet von der Goethe-Universität und dem Handelsblatt in Frankfurt.

Zusammen mit Axel Heitmann, dem Chef des Spezialchemieherstellers Lanxess, Frank Mattern, Managing Partner der Unternehmensberatung McKinsey & Company, Andreas Renschler, Vorstand für Produktion und Einkauf bei Daimler, sowie Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts, diskutierte der Thyssen- Chef über Wege, neue Ideen in marktfähige Produkte umzusetzen. Leitsätze können helfen, diese Herausforderungen zu meistern. Schon beim ersten Innovationsforum vor gut einem Jahr hatten Topmanager zwölf Thesen für Innovationen formuliert. Nun sorgten die Kollegen für den Feinschliff und wichtige Ergänzungen.

1. Innovation braucht Offenheit McKinsey-Partner Mattern hält den Blick auf die Ideen anderer zentral für erfolgreiches Innovationsmanagement. Die IT-Industrie habe das vorgemacht. Ohne ein entsprechendes „Eco-System“, also ein Netzwerk aus Partnern, geht dort kaum noch etwas. „Software-Unternehmen legen ihre Codes offen, so dass Fremde damit Apps entwickeln können. Das wäre früher undenkbar gewesen“, sagt der Berater.

2. Innovation braucht Interdisziplinarität Zur Offenheit gehört auch der Blick über den eigenen Tellerrand. „Einer alleine schafft das nicht. Innovationen brauchen vielfältigste Disziplinen“, ist Thyssen-Chef Hiesinger überzeugt. Dabei reicht es häufig nicht, nur innerhalb des eigenen Konzerns nach Anregungen aus ganz anderen Fachbereichen zu schauen. Der Blick über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg ist zwingend.

„Wo Innovationen stattfinden, ist letztlich egal. Hauptsache ist doch, dass wir sie haben“, lautet die pragmatische Empfehlung von Lanxess-Chef Heitmann. Ein wenig Demut vor den Leistungen der vielen kleinen Spezialisten kann dabei nicht schaden. Denn die Großen brauchen die Kleinen. Die sind häufig unbefangener und schneller. So hat Thyssen-Krupp zum Beispiel eine eigenständige GmbH gegründet, in der 20 Leute an völlig neuen Ideen arbeiten, ohne den Druck, damit sofort Geld verdienen zu müssen. „Spinner sind erwünscht“, gibt Hiesinger das Motto vor.

3. Innovation braucht Geschwindigkeit Kleine Firmen sind häufig schneller, wenn es um die Entwicklung neuer Ideen geht. Und Tempo ist enorm wichtig im weltweiten Wettstreit um die besten und erfolgreichsten Ideen. „Wenn wir heute noch ein Fahrzeug so fertigen würden wie vor 50 Jahren, dann könnten wir uns das gar nicht mehr leisten“, sagt Daimler-Vorstand Renschler. Sein Unternehmen steht im beinharten Wettbewerb beim Thema autonomes Fahren. Alle Autokonzerne und auch branchenfremde Unternehmen wie Google arbeiten mit Hochdruck an Autos, die selbst fahren und lenken.

4. Innovation braucht den Rückhalt der Gesellschaft Innovationen wie selbstfahrende Autos müssen den Managern zufolge in der Bevölkerung akzeptiert sein. „Wir brauchen eine Gesellschaft, die Innovationen nicht nur duldet, sondern auch will“, sagt der Daimler-Vorstand Renschler. Gerade in Deutschland hapere es daran aber noch. Für Mattern von McKinsey liegt das vor allem an der fehlenden sachlichen Debatte über neue Technologien.

5. Innovation braucht Sehnsucht nach tiefgründigem Wissen Eine Ursache für die teils unüberwindbare Skepsis der Bevölkerung gegenüber neuen Technologien glaubt Lanxess-Chef Heitmann ausgemacht zu haben. Den Deutschen fehlt es an Neugier. „Innovationen brauchen keine Oberflächlichkeit, sie brauchen die Sehnsucht nach tiefgründigem Wissen“, glaubt er. Thyssen- Chef Hiesinger sagt von sich selbst, dass er schon immer wissen wollte, wie Dinge wirklich funktionieren: „Deshalb habe ich immer alles auseinandergebaut.“ 6. Innovation braucht Frauen Um die Zukunft weiter mit neuen Ideen zu sichern, brauchen die Unternehmen vor allem eines: das richtige Personal. Der viel zitierte Fachkräftemangel allerdings macht es den Konzernen zuweilen schwer beim Thema Innovationen. „Was wir brauchen, sind nicht zuletzt technisch ausgebildete Frauen. Da herrscht ein großer Mangel“, klagt Daimler-Manager Renschler. Lanxess beginnt deshalb wie viele andere Unternehmen, den Nachwuchs schon im frühen Kindheitsalter für Technologie und Naturwissenschaften zu begeistern. Irgendwann, so die Hoffnung bei den anwesenden Topmanagern, werde dann auch mal eine Frau den Chefsessel bei einem Technologiekonzern erobern.

6. Innovation braucht Frauen  Um die Zukunft weiter mit neuen  Ideen zu sichern, brauchen die Unternehmen  vor allem eines: das richtige  Personal. Der viel zitierte Fachkräftemangel  allerdings macht es  den Konzernen zuweilen schwer  beim Thema Innovationen. „Was wir  brauchen, sind nicht zuletzt technisch  ausgebildete Frauen. Da  herrscht ein großer Mangel“, klagt  Daimler-Manager Renschler. Lanxess  beginnt deshalb wie viele andere Unternehmen,  den Nachwuchs schon  im frühen Kindheitsalter für Technologie und Naturwissenschaften zu begeistern. Irgendwann, so die Hoffnung bei den anwesenden Topmanagern, werde dann auch mal eine Frau den Chefsessel bei einem Technologiekonzern erobern.

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